Wertgeld+ · Saldenmechanik & Kreditsteuer
Jörg Buschbecks Weiterentwicklung der Saldenmechanik von Wolfgang Stützel und der
Kreislauftheorie von Keynes und Lautenbach
Buchhalterisch fundiert – Saldenmechanik als Ausgangspunkt · Anreizbasiert statt Verbote · Nettoinvestition als eigentliches Kernproblem · Kreditsystem bleibt bei den Banken erhalten
💡 Muss das Geldsystem selbst ersetzt werden, um Spekulationsblasen,
Staatsverschuldung und Vermögenskonzentration in den Griff zu bekommen?
Nicht zwingend, meint der Unternehmer und Erfinder Jörg Buschbeck:
Auf Basis der Saldenmechanik von Wolfgang Stützel und der
Kreislauftheorie von Keynes und Lautenbach schlägt er vor,
den Sparzins durch eine nach volkswirtschaftlichem Nutzen
differenzierte Kreditsteuer zu ersetzen –
ohne Bargeld abzuschaffen, ohne den Kapitalmarkt zu ersetzen
und ohne eine neue Währung einzuführen.
Diese Seite ist ein bewusster Kontrast zu
HMW / RICH,
dem auf cibwal.com vorgestellten Systemwechsel-Konzept.
Sie gibt der Saldenmechanik- und Kreditsteuer-Perspektive Raum –
mit ihren Stärken, ihren Grenzen
und einem ehrlichen Vergleich zu den 15 HMW/RICH-Zukunftsperspektiven.
🎓 Der Autor
💡
🟢 Jörg Buschbeck – Unternehmer und Erfinder, Betreiber der Seite
synergiewende.org
sowie von Realsparen.de. Bereits 2012 veröffentlichte er einen ersten
Reformvorschlag in diese Richtung; im Grundlagenpapier
„Kapitalismus verstehen" (Version 1.0, 14. Juli 2026)
hat er ihn auf Basis der Saldenmechanik von Wolfgang Stützel neu ausgearbeitet.
🔗
Buschbeck und Gabriel Waldeyer diskutierten die Saldenmechanik als Kritik
an Peter Haisenkos Humaner Marktwirtschaft zunächst auf LinkedIn.
Diese Seite dokumentiert Buschbecks eigenständigen Ansatz fair und im
Wortlaut seiner eigenen Argumentation – nicht als Widerlegung, sondern
als eigenständige Stimme im Spektrum der Geldreformkonzepte.
Legende:
🟢 Fakt ·
🔵 Theorie/Position einer Schule ·
🟠 Interpretation ·
🟣 Bewertung dieser Seite
Aussagen ohne Markierung geben die Position bzw. Argumentationslogik der jeweiligen Denkschule wieder – nicht automatisch einen unbestrittenen Fakt.
Aussagen ohne Markierung geben die Position bzw. Argumentationslogik der jeweiligen Denkschule wieder – nicht automatisch einen unbestrittenen Fakt.
🧠 Das Kernargument
Jeder finanziellen Forderung steht zwangsläufig eine gleich hohe
finanzielle Verbindlichkeit gegenüber. Das ist keine Theorie,
sondern eine unmittelbare Folge der doppelten Buchführung (Saldenmechanik,
Wolfgang Stützel). Das weltweite Nettogeldvermögen ist deshalb
per Definition immer Null – tatsächlicher Wohlstand besteht
ausschließlich aus Sachvermögen.
🏗
🔵 Nur Nettoinvestitionen schaffen dauerhaften Wohlstand:
Gebäude altern, Maschinen verschleißen, Straßen müssen erneuert werden.
Nettoinvestitionen = Bruttoinvestitionen − Abschreibungen.
Nur ein positiver Saldo vergrößert den Sachvermögensbestand
einer Volkswirtschaft dauerhaft.
📐
🟢 Die volkswirtschaftliche Vermögensformel:
Nettovermögenszuwachs des Unternehmersektors = Nettoinvestitionen
+ Neuverschuldung bzw. Geldvermögensabbau der übrigen Sektoren
(private Haushalte, Staat, Ausland). Entscheidend ist dabei eine
Unterscheidung, die Buschbeck besonders herausarbeitet:
Nur die Nettoinvestition erzeugt einen tatsächlichen
Zuwachs an gesamtwirtschaftlichem Realvermögen. Die
Verschuldung anderer Sektoren ermöglicht zwar zusätzlichen
Geldvermögenszuwachs des Unternehmenssektors – schafft aber keinen
zusätzlichen gesamtwirtschaftlichen Realreichtum, da Geldvermögen
des einen stets Schulden eines anderen sind.
🏛
🔵 Staatsverschuldung ist häufig Folge, nicht Ursache:
Wenn private Haushalte sparen wollen und Unternehmen zu wenig rentable
Investitionen sehen, gerät der Staat unter Druck, die fehlende Nachfrage
durch zusätzliche Verschuldung auszugleichen. Die eigentliche Frage lautet
deshalb nicht „Wie hoch ist die Staatsschuld?", sondern
„Warum entsteht überhaupt der Zwang zu immer neuen Staatsschulden?"
⚔️
🟠 Krieg als historische Form erzwungener Nettoinvestitionen:
Große Kriege vernichten Sachvermögen – und erzwingen dadurch anschließend
die außergewöhnlich hohen Nettoinvestitionen (Wiederaufbau), die reifen
Volkswirtschaften sonst häufig fehlen. Buschbeck zieht daraus keine
geschichtsphilosophische, sondern eine bewusst zugespitzte
wirtschaftspolitische Konsequenz: Wenn unser System dauerhaft hohe
Nettoinvestitionen braucht, muss es einen friedlichen Weg geben,
sie zu erzeugen. Seine politische Pointe zielt entsprechend
ausdrücklich nicht auf Krieg, sondern auf dessen friedliches
Gegenstück – einen, wie er es selbst zuspitzt, „Krieg gegen das
Sparen in Forderungen".
🌱
🔵 Der „Geist Gesells" ohne dessen Freigeld-Mechanik:
Buschbeck würdigt Silvio Gesells Grunderkenntnis – eine dauerhaft
zunehmende Geldvermögensbildung bleibt für eine Volkswirtschaft nicht
folgenlos – hält Gesells konkreten Lösungsansatz (Umlaufgebühr auf
Bargeld) aber ausdrücklich für technisch und psychologisch
ungeeignet: Eine nominale Belastung bereits angesparter
Geldvermögen werde von den meisten Menschen als Enteignung empfunden
und sei demokratisch kaum dauerhaft durchsetzbar.
🏗️ Die Erweiterung: Kaufwirtschaft und Nettoinvestition als Bindeglied zur Kapitalismus-/Krisentheorie
Buschbecks Ansatz erschließt sich am klarsten über ein
Dreiebenen-Modell,
das vom buchhalterischen Kern (Saldenmechanik) über eine Erklärung des
Gewinnproblems reifer Volkswirtschaften bis zur politischen Lösung
reicht – ausgearbeitet u. a. auf
kaufwirtschaft.de:
1️⃣
🟢 Ebene 1 – Diagnose: Saldenmechanik.
Geldvermögen des einen = Verbindlichkeit eines anderen. Das ist die
buchhalterische Grundlage des gesamten Ansatzes.
🏭
🔵 Ebene 1½ – Buschbecks Paradigma: Kaufwirtschaft.
Bevor Buschbeck bei der Nettoinvestition ansetzt, stellt er der
klassischen Vorstellung einer „Tauschwirtschaft" das Konzept der
Kaufwirtschaft entgegen: Unternehmen kaufen Arbeit,
Material, Energie, Maschinen und andere Vorleistungen, bevor sie ihr
eigenes Produkt verkaufen können. Zwischen Kauf und Verkauf liegen
Zeit, Unsicherheit und Risiko – der Unternehmer geht diesen
Kaufvorsprung ein, weil er einen Gewinn erwartet. Damit wird
Vorfinanzierung zum Ausgangspunkt seines Kapitalismus-Verständnisses:
Kapitalismus ist für ihn eine zeitlich strukturierte Kaufwirtschaft,
in der Unternehmen heute Leistungen kaufen und erst später ihre
eigenen Leistungen verkaufen. Erst darüber wird seine
Nettoinvestitionsargumentation zu einem größeren theoretischen
Rahmen statt einer isolierten These.
Kaufwirtschaft → Vorleistung / Kaufvorsprung → unternehmerisches
Risiko → Gewinnerwartung → Investition und Kapitalbildung →
Nettoinvestition → gesamtwirtschaftliches Gewinnpotenzial
2️⃣
🔵 Ebene 2 – Kapitalismusdiagnose: das Nettoinvestitionsproblem.
Bruttoinvestition − Abschreibung = Nettoinvestition. Wenn der
Kapitalstock einer reifen Volkswirtschaft altert, wachsen die
Abschreibungen – und das natürliche Gewinn- bzw.
Vermögenszuwachspotenzial des Unternehmenssektors sinkt. Wollen
private Haushalte trotzdem weiter Geldvermögen aufbauen, braucht es
dafür einen zusätzlichen Schuldner: Unternehmen, Staat oder Ausland.
Können Unternehmen mangels rentabler Nettoinvestitionen diese Rolle
nicht mehr ausfüllen, verschiebt sich der Druck zunehmend auf Staat
und Außenwirtschaft – wachsende Staatsschulden, außenwirtschaftliche
Ungleichgewichte, Krisen- und Konfliktpotenzial. Im Artikel
„Nettoinvestition = Null – brauchen wir wieder Krieg?"
beschreibt Buschbeck diese Zuspitzung als historisches Muster: Große
Kriege vernichten Sachvermögen und erzwingen dadurch die hohen
Nettoinvestitionen (Wiederaufbau), die reifen Volkswirtschaften sonst
fehlen – eine bewusst zugespitzte These, die er selbst als
wirtschaftspolitische Konsequenz versteht, nicht als
geschichtsphilosophische Gesetzmäßigkeit. Seine eigentliche
politische Pointe ist deshalb nicht die Kriegsthese selbst, sondern
ihr Gegenentwurf: nicht Krieg gegen Menschen und Sachwerte, sondern –
wie er es selbst zuspitzt – ein „Krieg gegen das Sparen in
Forderungen", der friedlich dieselbe Nettoinvestitionswirkung
erzeugen soll wie ein Wiederaufbau nach kriegsbedingter Zerstörung.
3️⃣
🔵 Ebene 3 – Lösung: Kreditsteuer statt Sparzins.
Das Finanzsystem soll nicht mehr das Ansammeln von Forderungen
attraktiv machen, sondern reale Investitionen. Das ist die politische
Intervention, die Buschbecks Grundlagenpapier bereits beschreibt
(siehe unten).
🕊
🔵 Die friedliche Alternative:
Geldsparen → Realsparen – erreicht über einen gegen Null tendierenden
Sparzins in Kombination mit einer nach volkswirtschaftlichem Nutzen
differenzierten Kreditsteuer. Nicht „Ich spare 100.000 €, indem
ich eine Forderung gegenüber jemand anderem halte", sondern
„Ich spare, indem ich mein Einkommen in reale Vermögenswerte lenke."
🧩
🔵 Warum Regeln wichtiger sind als bessere Menschen.
Buschbeck stützt sich dabei auf Wolfgang Stützels
Konkurrenzparadoxon: Menschen handeln aus ihrer
jeweiligen Position heraus nachvollziehbar vernünftig – trotzdem kann
daraus ein Ergebnis entstehen, das niemand wollte, manchmal mit
Happy End (die „unsichtbare Hand"), manchmal als
Marktversagen. Statt auf bessere Menschen zu hoffen, setzt er
auf bessere Regeln: eine schlanke Marktversagenssteuer,
deren Einnahmen über eine Grundrente an die Bürger
zurückfließen – der Staat steuert den Anreiz, die Kaufentscheidung
selbst bleibt dezentral beim Bürger. Bezug zu HMW/RICH: Eine
ähnliche Grundidee – leistungslose bzw. schädliche Effekte
besteuern und rückverteilen – verfolgt auch HMW/RICH mit seiner
Besteuerung leistungsloser Einkommen und dem gesicherten
Grundeinkommen. Der Unterschied: Bei HMW/RICH ist das
Grundeinkommen systemisch durch die Monetative garantiert, bei
Buschbeck bleibt die Grundrente an eine einzelne, schmalere
Steuerquelle (Marktversagen) gekoppelt.
Ein konkretes Beispiel einer solchen Marktversagenssteuer nennt
Buschbeck selbst: eine Naturverbrauchssteuer gegen
geplante Obsoleszenz und Wegwerfprodukte – wer Ressourcen
verschwendet, zahlt drauf; wer langlebig & reparierbar produziert,
wird relativ günstiger. Auch das ist als Anreiz-, nicht als Verbotslogik gedacht.
🏗️
🔵 Die Investitionsgesellschaft: Sicherheit und Rendite
getrennt. Um den Zwang zu immer neuer Geldvermögensbildung
(und damit zu immer neuen Schuldnern) zu senken, trennt Buschbeck
Sicherheit und Rendite: sicheres Geld
bleibt sicher, verspricht aber keine besondere Rendite mehr; wer
Vermögenszuwachs will, beteiligt sich breit gestreut an realem
Produktivvermögen („Wertgeld", ein Begriff, den er bereits 2012
vorschlug). Eine stärkere Umlagefinanzierung der
Altersvorsorge soll den gesellschaftlichen Druck zur
Geldvermögensbildung fürs Alter zusätzlich senken.
Bezug zu HMW/RICH: HMW/RICH geht hier strukturell weiter –
es trennt Sicherheit und Rendite nicht nur, sondern schafft
Zinseszins über die Umlaufgebühr und den Wertspeicher
systematisch ab, statt Renditestreben in andere Kanäle
umzulenken.
🌍
🔵 Dieselbe Logik auf internationaler Ebene: Saldenpolitik.
Wer im Inland Geldvermögen aufbauen will, ohne dass der eigene
Staat sich entsprechend verschuldet, braucht das Ausland als
Schuldner – dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse
sind die Folge, ein „internationaler Verschiebebahnhof".
Buschbeck knüpft hier an Keynes' Bancor-Plan
(Bretton Woods) an und schlägt eine Exportsteuer
auf dauerhaft hohe Überschüsse vor (ausgestaltet als Exportabgabe mit Senkung der Umsatzsteuer, siehe „Die Superfrage") – ein historisches Vorbild gab es
in Deutschland bereits unter Finanzminister Franz Josef Strauß
(synergiewende.org).
Sein Leitsatz: „Krieg ist die Fortsetzung falscher
Saldenpolitik mit militärischen Mitteln."
🔄
🟣 Bezug zu HMW/RICH: HMW/RICH hat für dieselbe Frage
eine eigene, bereits ausgearbeitete Außenwirtschaftsarchitektur
mit Währungsparitäten, Handelsausgleichsmechanismen und
Ausgleichszöllen vorgesehen (siehe Abschnitt „Politische
Umsetzung" auf hmw.html). Beide Ansätze teilen das Ziel, dauerhafte
Ungleichgewichte zu begrenzen – Buschbecks Exportsteuer setzt
dabei innerhalb des bestehenden FIAT-Systems an, während HMW/RICH den
Ausgleich in die Konstruktion einer neuen Währungsordnung selbst
einbaut. Ob eine Steuer auf Überschüsse strukturell ausreicht oder ob
es eine grundsätzlich andere Geldordnung braucht, bleibt der
eigentliche Dissens.
🕊️
🔵 Frieden durch legitime Antithese. In einem
begleitenden Essay („Frieden ist denkbar")
argumentiert Buschbeck, dass Frieden eine legitime
Antithese braucht – die ernsthafte, unverzerrte Wiedergabe der
Gegenposition statt ihrer Karikatur. Genau diesem Prinzip folgt
auch diese Seite: Sie dokumentiert Buschbecks Ansatz fair und im
Wortlaut seiner eigenen Argumentation, nicht als Widerlegung, sondern
als eigenständige Stimme neben HMW/RICH.
🧭 Die Superfrage, die Sektorenformel und der Regelkreis
Buschbecks Modell lässt sich in einem Regelkreis zusammenfassen (Beiträge „Deutschland sucht die Superfrage" und die Serie „Kaufwirtschaft I–IV"). Die ausführlichen Texte liegen auf
kaufwirtschaft.de,
saldenpolitik.de und realsparen.de; die Zusammenfassung hier folgt seinen eigenen Argumenten und
ordnet sie nach der Legende oben ein.
❓
🟢 Die Superfrage: Wie hoch ist das Geldvermögen der Welt? – Null.
Finanzielle Forderungen und Verbindlichkeiten heben sich weltweit gegenseitig auf; das Weltvermögen ist deshalb das Weltsachvermögen (Wohnungen, Fabriken, Infrastruktur, Boden, Wissen). Gemeint ist ausdrücklich das Geld-, nicht das Gesamtvermögen. Geldvermögen verteilt Ansprüche auf Reichtum, Investitionen schaffen ihn.
🔵 Daraus leitet Buschbeck den Perspektivwechsel ab: Aus Geldsparen soll reales Sparen durch Investieren werden.
🔵 Daraus leitet Buschbeck den Perspektivwechsel ab: Aus Geldsparen soll reales Sparen durch Investieren werden.
🧮
🟢 Die vollständige Sektorenformel:
Staatsdefizit = Nettogeldvermögensbildung der Privaten − Leistungsbilanzüberschuss. Das ist eine buchhalterische Identität aus Finanzierungssalden. Deutschland hatte 2025 einen Leistungsbilanzüberschuss von rund 203 Mrd. € (etwa 4½ % des BIP; Quelle: Deutsche Bundesbank).
🟠 Buschbecks Schluss: Wer dauerhaft Geldvermögen aufbauen will, ohne dass der eigene Staat sich verschuldet, braucht das Ausland als Schuldner – das funktioniert für ein Land, aber nicht für die ganze Welt.
🟠 Buschbecks Schluss: Wer dauerhaft Geldvermögen aufbauen will, ohne dass der eigene Staat sich verschuldet, braucht das Ausland als Schuldner – das funktioniert für ein Land, aber nicht für die ganze Welt.
📤
🔵 Exportabgabe statt „Exportweltmeister-Pokal":
Ziel ist eine Leistungsbilanz von ungefähr null. Solange Deutschland einen Überschuss hat, wird eine Exportabgabe erhoben, deren Einnahmen die Umsatzsteuer senken; sie sinkt mit dem Saldo, fällt bei einem Defizit auf null, und die Umsatzsteuer kann dann wieder steigen. Als Vorbild nennt er Keynes' Clearing Union, in der auch Überschussländer anpassen müssen. Sein Leitsatz: Nicht der Export wird besteuert, sondern ein Saldo geregelt. Buschbeck betont selbst, dass Exportabgabe, Umsatzsteuerregelung und Kreditsteuer politische Konstruktionen sind, die noch geprüft und ausgestaltet werden müssen.
⚖️
🟣 Einordnung der Exportabgabe:
Zwei offene Punkte aus Sicht dieser Seite. (1) Recht: Innerhalb der EU sind Ausfuhrzölle und gleichwirkende Abgaben zwischen Mitgliedstaaten nach dem EU-Vertrag verboten, und die Handelspolitik gegenüber Drittstaaten liegt bei der EU – eine rein nationale Exportabgabe wäre daher nach gängiger Lesart nicht umsetzbar. (2) Wirkung: Die Leistungsbilanz ist die Differenz aus Sparen und Investieren; eine Abgabe wirkt nur, wenn sie diese Salden tatsächlich verändert, und Reaktionen anderer Länder sind offen. HMW/RICH löst die Frage dagegen in der Konstruktion der Währungsordnung selbst (Paritäten, Handelsausgleich).
🏛️
🔵 Der Staat ist kein Privathaushalt:
Bei ausgeglichener Leistungsbilanz gilt: Staatsdefizit = Nettogeldvermögensbildung der Privaten. Eine Ausgabenkürzung kann Einkommen und Investitionen senken und das Defizit trotzdem erhöhen; investieren die Privaten kräftig und bauen Geldvermögen ab, kann der Staat sogar einen Überschuss erzielen – „nicht weil er sparsam war, sondern weil die Privaten real investiert haben". Zuerst sei deshalb zu fragen, ob eine Brücke real gebaut werden kann (Fachkräfte, Material), erst danach, woher das Geld kommt.
Private Geldvermögen lassen sich auf zwei Wegen abbauen: durch Verarmung (Rezession) oder durch freiwillige Investition in Sachwerte – letzteres nennt er „Bereicherungsprozess".
Private Geldvermögen lassen sich auf zwei Wegen abbauen: durch Verarmung (Rezession) oder durch freiwillige Investition in Sachwerte – letzteres nennt er „Bereicherungsprozess".
🔁
🔵 Der Regelkreis mit der Kreditsteuer:
Keine Prämie mehr fürs bloße Geldhalten. Ist die Investitionstätigkeit zu schwach, bleibt die Kreditsteuer niedrig; sinkt das Staatsdefizit mit der privaten Nettogeldvermögensbildung, wird die Staatsschuld entlastet; boomt die kreditfinanzierte Nachfrage und stößt die Wirtschaft an reale Kapazitätsgrenzen, wird die Kreditsteuer erhöht und ihre Einnahmen können Staatsschulden tilgen. Inflation wird so gebremst, ohne Geldsparen durch höhere Zinsen attraktiver zu machen. Schon im 2012er Entwurf entsteht der Kreditzins aus einer variablen Kreditsteuer plus einer wettbewerblichen Bankmarge.
🇪🇺
🔵 Im Euroraum national gestaffelt – und das erste Familienheim:
Die Kreditsteuer könnte je Land unterschiedlich hoch sein (Buschbeck verweist auf national unterschiedlich ausgestaltete makroprudenzielle Instrumente), und der Kredit für das erste selbstgenutzte Familienheim könnte ganz oder teilweise befreit werden.
🟣 Offen bleibt aus Sicht dieser Seite, ob national gestaffelte Kreditsteuern über grenzüberschreitende Kreditvergabe umgangen werden könnten.
🟣 Offen bleibt aus Sicht dieser Seite, ob national gestaffelte Kreditsteuern über grenzüberschreitende Kreditvergabe umgangen werden könnten.
🛒
🔵 Kaufwirtschaft I – Das Tauschmodell hat die Zeit vergessen:
Buschbeck kritisiert das Tauschparadigma der Ökonomik (unter Hinweis auf David Graeber, dass die Abfolge Tausch → Geld → Kredit historisch nicht belegt ist). Tausch lasse sich zeitlos denken, Wertschöpfung nicht: Wer produziert, kauft Vorleistungen lange vor dem Verkauf und trägt Risiko. Gewinn ist damit eine Systembedingung des Kapitalismus. Zwei Fragen folgen: Woher kommt der Gewinn der Unternehmen insgesamt (gesamtwirtschaftlich)? Und wie verteilt er sich zwischen ihnen (Konkurrenzproblem)?
🧠
🔵 Kaufwirtschaft II – Die Rationalitätenfalle:
Menschen handeln aus ihrer Position nachvollziehbar vernünftig und erzeugen zusammen ein Ergebnis, das niemand wollte. Die unsichtbare Hand sei eine „Rationalitätenfalle mit Happy End", Marktversagen die andere Richtung (Stützels Konkurrenzparadoxon). Die Falle gilt auch für Politiker, Beamte und Wissenschaftler – deshalb Gewaltenteilung und unabhängige Kontrolle. Arbeitsteilung: Der Staat steuert, der Bürger kauft, der Markt sucht die Lösung. Kaufwirtschaft versteht er als Forschungsprogramm zur Suche nach Werkzeugen, nicht als fertige Antwort; Wettbewerb sei zudem eine friedliche Austragung von Gegensätzen („Kaufwirtschaft als Friedenswissenschaft").
🏗️
🔵 Kaufwirtschaft III – Frieden mit dem unperfekten Kapitalismus:
Statt den Kapitalismus zu überwinden, will Buschbeck seine Paradoxa als Konstruktionsaufgaben behandeln: den Gewinnzwang als Investitions- und Innovationsantrieb nutzen (Investitionsgesellschaft statt Wachstumsgesellschaft: erneuerbare Energie, Kreislaufwirtschaft, KI-gestützte Entwicklung) und Produktiveigentum verbreitern – sinngemäß „eine Gesellschaft voller Kapitalisten" statt ohne.
🟣 Das ist der zentrale Unterschied zu HMW/RICH: Hier bleibt die Renditelogik erhalten und wird breit gestreut; HMW/RICH will leistungslose Einkommen strukturell abbauen.
🟣 Das ist der zentrale Unterschied zu HMW/RICH: Hier bleibt die Renditelogik erhalten und wird breit gestreut; HMW/RICH will leistungslose Einkommen strukturell abbauen.
🧰
🔵 Kaufwirtschaft IV – Werkzeugkasten und „Wertgeld":
Sicherheit und Rendite sollen getrennt werden: Geld für Sicherheit, Produktivvermögen für Rendite. Sicheres Geld verspricht keine besondere Rendite mehr; wer Vermögen mehren will, beteiligt sich – über Intermediäre gebündelt, breit gestreut und möglichst ungehebelt – an realen Investitionen. Diesen Begriff nennt er „Wertgeld" (bereits 2012). Eine stärkere Umlagefinanzierung der Alterssicherung senkt den Zwang, Forderungsbestände aufzubauen; als Beispiel nennt er China, wo bessere soziale Absicherung den Überschussdruck mindern könnte („Rentenpolitik wird zur Außenwirtschaftspolitik"). Zusammen mit Kreditsteuer, Rückverteilung und variabler Exportabgabe bildet das den Werkzeugkasten; oberste Regel: bei der Reparatur keinen neuen Schaden anrichten (etwa Produktionsverlagerung durch national überhöhte CO₂-Kosten).
🟣 Offene Punkte: Breit gestreute Beteiligungen tragen Marktrisiko – für Kleinsparer ist das nicht dasselbe wie sicheres Geld, und die Verteilungsfrage (wer besitzt das Sachvermögen?) beantwortet die Superfrage allein nicht; sie beschreibt das Aggregat.
🟣 Offene Punkte: Breit gestreute Beteiligungen tragen Marktrisiko – für Kleinsparer ist das nicht dasselbe wie sicheres Geld, und die Verteilungsfrage (wer besitzt das Sachvermögen?) beantwortet die Superfrage allein nicht; sie beschreibt das Aggregat.
✅ Was das Konzept leisten kann
Innerhalb des bestehenden Geld- und Banksystems – ohne neue Währung,
ohne neue Institutionen – lässt sich mit der Kreditsteuer nach Buschbeck
bereits viel erreichen. Hier liegen die genuinen Stärken dieses Ansatzes.
🟢 🧮 Buchhalterisch zwingend, nicht bloß Theorie
Die Saldenmechanik stützt sich auf die Logik der doppelten Buchführung –
nicht auf ein bestreitbares Wirtschaftsmodell. Das macht die Diagnose
außergewöhnlich schwer angreifbar.
🟣 🚪 Niedrigschwelliger Einstieg
Kein Bargeldverbot, keine neue Währung, kein Ersatz des Kapitalmarkts.
Nur der Sparzins wird schrittweise durch eine Kreditsteuer ersetzt –
umsetzbar innerhalb bestehender Institutionen.
🔵 🎯 Kredit nach volkswirtschaftlichem Nutzen differenziert
Erstmals könnten Kredite unterschiedlich behandelt werden: der Bau
eines Eigenheims nahezu zum Bankmargenzins, der kreditfinanzierte
Kauf bereits vorhandener Immobilien oder rein spekulativer
Finanzanlagen mit deutlich höherer Kreditsteuer.
🔵 🏦 Löst das Zentralbank-Dilemma
Der heutige Sparzins muss gleichzeitig Geldvermögen verzinsen und
Konjunktur/Inflation steuern – ein struktureller Zielkonflikt.
Eine eigenständige Kreditsteuer trennt beide Aufgaben.
🔵 🏗 Spekulationsblasen werden an der Wurzel gebremst
Nicht die Investition selbst wird bestraft, sondern der kreditfinanzierte
Erwerb bereits bestehender Vermögenswerte – genau der Mechanismus,
der Immobilien- und Finanzblasen antreibt.
🔵 📊 Erklärt Staatsverschuldung konsistent
Die Vermögensformel macht politisch verständlich, warum Staatsdefizite
strukturell wiederkehren – eine kommunikativ starke, empirisch fundierte
Diagnose jenseits reiner Schuldenbremsen-Rhetorik.
🔵 🌿 Ohne Gesells Umlaufgebühr
Vermeidet die politisch schwer vermittelbare nominale Entwertung von
Bargeldguthaben – und damit einen der größten Akzeptanzhemmnisse
klassischer Freigeldkonzepte.
🟢 🏭 Kapitalismus bleibt ausdrücklich erhalten
Wettbewerb, Unternehmertum, Kapitalmarkt und Privateigentum bleiben
unangetastet. Verändert wird nur die geldpolitische Architektur –
ein politisch anschlussfähigerer Ausgangspunkt für viele Adressaten.
❓ Investitionsfinanzierung, Leistungsanreize & Wertstabilität
Drei Fragen, die sich bei jedem Geldsystem-Reformkonzept stellen –
hier aus Saldenmechanik/Kreditsteuer selbst hergeleitet, zum Vergleich mit
HMW/RICH und den anderen Konzepten auf dieser Seite:
🏗️
🔵 1. Wie werden Investitionen & Innovation finanziert?
Weiterhin über den klassischen Kapitalmarkt und
Bankkredit – Kapitalismus, Kapitalmarkt und
Privateigentum bleiben ausdrücklich erhalten. Verändert wird nur
der Anreiz: Eine nach volkswirtschaftlichem Nutzen
differenzierte Kreditsteuer verteuert unproduktive Kreditvergabe
(Spekulation, reine Vermögensbildung), während produktive
Investitionskredite begünstigt werden. Anders als bei HMW/RICH
oder Warengeld+ gibt es keinen eigenen Wertspeicher oder
Deckungsmechanismus – Geld entsteht weiterhin als Kreditgeld
im heutigen FIAT-System, nur mit anderen Lenkungsanreizen.
🚀
🔵 2. Wie wird die Wirtschaft angekurbelt – was sind die
Leistungsanreize?
Indem Geldsparen durch Realsparen ersetzt wird: ein
gegen Null tendierender Sparzins in Kombination mit der Kreditsteuer
macht das Halten reiner Forderungen unattraktiv und lenkt Einkommen in
reale Vermögenswerte und Investitionen um. Ergänzend wirkt die
Marktversagenssteuer+Grundrente als zweiter Hebel. Anders als bei
HMW/RICH gibt es aber keinen im Geld selbst eingebauten
Umlaufimpuls und keine gezielte Entlastung von
Arbeitseinkommen (keine Abschaffung von Lohnsteuer oder
Sozialabgaben) – der Anreiz wirkt indirekt über die
Kapitalseite, nicht direkt über die Arbeitsseite.
⚖️
🔵 3. Wie bleibt der Wert des Geldes stabil?
Bei der Vermögenspreisinflation ist das
explizite Systemziel: Da Geldvermögensbildung nicht mehr
über zinstragende Forderungen, sondern nur noch über reale
Vermögenswerte erfolgt, wird ein zentraler Treiber von
Vermögenspreisblasen strukturell entschärft – ohne dabei
Kapitalmarkt oder Privateigentum anzutasten. Bei der
Verbraucherpreisinflation bleibt die Antwort
vager: Da die Geldschöpfung selbst (nicht nur ihre Verzinsung)
unangetastet bleibt, hängt die Verbraucherpreisstabilität
weiterhin von der Geldpolitik der Zentralbank ab – ein Punkt,
den auch der Abschnitt „Was das Konzept nicht löst" weiter unten
offen benennt. Genau hier verläuft die Trennlinie zu HMW/RICH, das die
Geldschöpfung selbst neu konstruiert statt nur ihre Anreize zu
verändern.
📊 Vergleich mit den 15 HMW/RICH-Zukunftsperspektiven
Die folgende Übersicht zeigt, welche der auf der
HMW/RICH-Seite
benannten 15 Zukunftsperspektiven durch Saldenmechanik + Kreditsteuer
erreichbar sind – und welche nicht.
🟢 weitgehend erreichbar · 🟡 teilweise / mit Mühe · 🔴 systemisch nicht gelöst
🟣 Diese Ampelbewertung ist eine Analyse aus HMW/RICH-Perspektive – eine Einordnung des Autors, keine wissenschaftlich bewiesene oder widerlegte Einstufung.
🟢 weitgehend erreichbar · 🟡 teilweise / mit Mühe · 🔴 systemisch nicht gelöst
🟣 Diese Ampelbewertung ist eine Analyse aus HMW/RICH-Perspektive – eine Einordnung des Autors, keine wissenschaftlich bewiesene oder widerlegte Einstufung.
🏭 Leistung lohnt sich wieder
🟡 Teilweise. Die Kreditsteuer verteuert spekulatives,
leistungsloses Kapitaleinkommen relativ zu produktiver Arbeit –
aber Arbeitseinkommen selbst bleibt weiterhin normal besteuert.
📉 Niedrigere Preise
🟡 Begrenzt. Ein gegen Null tendierender Sparzins senkt
Finanzierungskosten in Lieferketten – der Zinseszinsmechanismus
und der darin enthaltene Liquiditätsbonusanteil im Zins
(die Prämie, die Geldhalter für den Verzicht auf Liquidität verlangen)
bleiben im Kredit selbst jedoch grundsätzlich bestehen.
💶 Mehr Kaufkraft & Wohlstand
🟡 Indirekt. Mehr Realsparen statt Geldsparen fördert
produktive Investitionen – eine unmittelbare Kaufkraftsteigerung
wie durch Wegfall von Lohnsteuer ist im Konzept nicht vorgesehen.
📦 Dezentralisierung
🔴 Nicht adressiert. Das Konzept äußert sich nicht zu
regionalen Wirtschaftskreisläufen oder dezentraler Produktion.
🚀 Weniger Bürokratie & Steuer-Tricks
🟡 Teilweise. Eine differenzierte Kreditsteuer setzt eine
Bewertung des „volkswirtschaftlichen Nutzens" einer Investition voraus –
das schafft neuen Abgrenzungs- und Regelungsbedarf.
⚖️ Freier & fairer Wettbewerb
🟢 Deutliche Verbesserung. Wer Sachwerte neu schafft,
wird günstiger finanziert als wer bestehende Werte kreditfinanziert
aufkauft – ein struktureller Vorteil für produktive Neugründer.
👨👩👧👦 Soziale Sicherheit
🔴 Nicht ausgearbeitet. Das Grundlagenpapier macht keine
Aussagen zu Rente, Kranken- oder Pflegeversicherung.
🌍 Faire Außenwirtschaft
🟡 Teilweise. Mit der Saldenpolitik (Exportsteuer auf
dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse, angelehnt an Keynes' Bancor-Plan)
liegt ein konkreter außenwirtschaftlicher Mechanismus vor – er setzt
aber innerhalb des bestehenden FIAT-Systems an, ohne eine neue
Weltwährungsordnung wie bei HMW/RICH selbst zu entwerfen.
🎓 Kultureller Aufbruch
🔴 Nicht Thema des Papiers. Das Konzept konzentriert sich
bewusst eng auf Geld- und Kreditarchitektur.
🗳️ Echte Demokratie
🟡 Indirekt. Zentralbanken würden die Konjunktur transparenter
über eine Kreditsteuer statt über einen Doppelzweck-Zins steuern –
eine Frage demokratischer Geldschöpfung selbst wird nicht gestellt.
⚖️ Systemisches Gemeinwohl
🟡 Teilweise. Kapitalflüsse werden am volkswirtschaftlichen
Nutzen ausgerichtet – aber weiterhin über private Geschäftsbanken
und Renditeerwägungen vermittelt.
🤝 Solidarischer Geist
🔴 Nicht Thema. Das Papier argumentiert wirtschaftstheoretisch,
nicht gesellschaftlich-kulturell.
🌱 Ende des Wachstumszwangs
🟡 Teilweise. Ein gegen Null tendierender Sparzins reduziert
den Zwang zu ständigem Vermögenswachstum aus Zinsansprüchen –
der Zinseszins und der Liquiditätsbonusanteil im Zins bleiben im
Kredit selbst jedoch bestehen.
🏗️ Schuldenfreies Geld
🔴 Ausdrücklich nicht das Ziel. Geld soll im FIAT-/Bankkredit-System
entstehen bleiben. Buschbeck ersetzt die Verzinsung, nicht die
Schuldnatur der Geldschöpfung selbst.
🏠 Stabile Vermögenspreise
🟢 Zentrale Stärke des Konzepts. Die differenzierte Kreditsteuer
auf den Kauf bereits bestehender Vermögenswerte ist genau darauf
ausgelegt, kreditfinanzierte Preisblasen an ihrer Entstehung zu bremsen.
❌ Was das Konzept nicht löst
Buschbeck selbst nennt sein Papier eine „Arbeitsfassung" und keinen
Anspruch auf die endgültige Lösung. Mehrere strukturelle Fragen bleiben offen.
🏦
🟣 Private Geldschöpfung bleibt bestehen:
Größenordnungsmäßig entsteht der weit überwiegende Teil des umlaufenden
Giralgeldes (Schätzungen sprechen von deutlich über 90 %) weiterhin
durch Kreditvergabe privater Geschäftsbanken – orientiert an
Renditeerwartungen, nicht am Gemeinwohl. Die Kreditsteuer lenkt
diesen Prozess, ersetzt ihn aber nicht.
💳
🟣 Kein schuldenfreies Geld:
Ein großer Teil des Giralgeldes entsteht weiterhin durch Bankkredit –
als Verbindlichkeit der Geschäftsbank gegenüber ihrem Kunden. Die
Kreditsteuer verändert die Kosten und Lenkungswirkung dieses Kredits,
nicht die grundsätzliche Schuldnatur dieser Geldschöpfung.
📏
🟣 „Volkswirtschaftlicher Nutzen" braucht eine Instanz, die ihn definiert:
Wer entscheidet, ob eine Investition „produktiv" oder „spekulativ" ist,
und mit welchem Kreditsteuersatz? Das Grundlagenpapier benennt das Prinzip,
aber keine konkrete Bewertungsinstanz oder demokratische Kontrolle darüber.
👥
🟣 Soziale Sicherung, Landwirtschaft, Außenwirtschaft: nicht ausgearbeitet:
Anders als HMW/RICH verzichtet das Konzept bewusst darauf, Rente,
Kranken- und Pflegeversicherung, Staatsfinanzierung, Landwirtschaft
oder eine internationale Währungsordnung mitzudenken. Es bleibt
konsequent auf die Geld- und Kreditarchitektur fokussiert.
📈
🟣 Nominale Geldvermögen bleiben unbegrenzt wachstumsfähig:
Anders als bei einem an das Leistungsvolumen der Volkswirtschaft
gekoppelten Zertifikatsmodell (wie im HMW/RICH-Wertspeicher) bleibt
jede Spareinlage bei Buschbeck eine nominale, uneingeschränkt fällige
Forderung. Der gegen Null tendierende Sparzins verlangsamt zwar den
Anreiz, Geldvermögen anzuhäufen – er koppelt die Summe aller
Forderungen aber nicht strukturell an das zurück, was die
Volkswirtschaft tatsächlich an Leistung erbringt. Dieses
Entkopplungsproblem wird damit eher verlangsamt als strukturell gelöst.
🗑️
🟠 Geplante Obsoleszenz & Wegwerfgesellschaft: teilweise adressiert.
Der Kernmechanismus – Realsparen statt Geldsparen über die Kreditsteuer –
macht für sich genommen keine Aussage über die Qualität der
finanzierten Investition: Ob eine Nettoinvestition in langlebige,
reparierbare Güter oder in kurzlebige, für schnellen Neukauf konstruierte
Produkte fließt, bleibt für die Kreditsteuer allein irrelevant.
Buschbeck ergänzt dafür aber gezielt die oben beschriebene
Naturverbrauchssteuer als zweites, eigenständiges
Instrument – erst im Zusammenspiel beider Instrumente wird das
Problem strukturell adressiert, nicht durch die Kreditsteuer allein.
👑
🟣 Machtkonzentration: die Kreditsteuer trifft nur, wer Kredit
aufnimmt:
Ein bereits vermögender Akteur, der eine Immobilie oder ein
Unternehmen aus vorhandenem Eigenkapital statt per Kredit erwirbt,
wird von der Kreditsteuer gar nicht erfasst. Gerade die Akteure, die
am ehesten zur Vermögenskonzentration beitragen, könnten den
Steuerungsmechanismus so umgehen – während kleinere,
kreditabhängige Käufer (etwa Erstkäufer eines Eigenheims) stärker
betroffen sind, sobald ihre Investition nicht eindeutig als
„produktiv" eingestuft wird. Das Grundlagenpapier adressiert dieses
Schlupfloch bisher nicht.
🔬 Abgrenzung zu HMW/ RICH
Saldenmechanik/Kreditsteuer und HMW/RICH teilen eine zentrale Diagnose –
unterscheiden sich aber grundlegend in der Tiefe des Eingriffs.
🤝
🟣 Gemeinsame Diagnose:
Beide Konzepte sehen in der ungebremsten Geldvermögensbildung ein
strukturelles Problem – nicht nur ein Verteilungs- oder Politikversagen.
Beide berufen sich ausdrücklich auf den „Geist Gesells", ohne dessen
konkrete Freigeldmechanik zu übernehmen.
🔄
🟣 Tauschwirtschaft vs. Kaufwirtschaft: ein zentraler Dissens.
Buschbecks Kritik: Das Tauschmodell sei als Grundmodell der
kapitalistischen Produktionswirtschaft unzureichend, weil es die
zeitliche Struktur der Produktion – und damit Vorleistung,
Finanzierung und Risiko – ausblende. Einordnung: HMW/RICH ist
allerdings keine Natural- oder Subsistenzwirtschaft und setzt
keineswegs auf „Ware gegen Ware". Auch HMW arbeitet mit Geld,
Preisen, Käufen, Verkäufen und Kredit. Der Streit betrifft daher
nicht die Existenz von Tausch/Kauf im Alltag, sondern die Frage,
welches ökonomische Grundmodell die Entstehung von Einkommen,
Kredit und Gewinn am besten beschreibt.
🏦
🟣 Der entscheidende Unterschied – wo entsteht Geld:
Buschbeck belässt die Geldschöpfung beim heutigen FIAT-/Bankkreditsystem
und verändert nur die Bepreisung des Kredits (Kreditsteuer statt Sparzins).
HMW/RICH geht einen Schritt weiter und ersetzt die private,
verzinste Bankkreditschöpfung durch eine genossenschaftlich
organisierte, schuldenfreie Monetative.
🎯
🟣 Zwei verschiedene Ebenen der Problemdiagnose:
Aus Buschbecks neuerer Argumentation folgt ein eigenständiger,
fairer Einwand gegenüber HMW/RICH: Für ihn liegt das eigentliche
Problem nicht primär darin, dass Geld als Schuld entsteht,
sondern darin, dass Menschen Geldvermögen als Forderungen
ansammeln wollen – wodurch strukturell Schuldner gebraucht werden,
unabhängig davon, wie das Geld ursprünglich geschöpft wurde.
HMW/RICH würde entgegenhalten, dass die Konstruktion des Geldes
selbst diesen Zwang zur Forderungsbildung erst erzeugt bzw.
verstärkt. Dieser Dissens – auf welcher Ebene das eigentliche
Problem liegt – ist wahrscheinlich der spannendste theoretische
Konflikt zwischen beiden Konzepten und bleibt hier bewusst
unaufgelöst stehen.
🎚
🟣 Steuerung statt Konstruktionswechsel:
Wo Buschbeck den bestehenden Mechanismus feiner justiert
(differenzierte Kreditsteuer je nach Verwendungszweck),
verändert HMW/RICH die Konstruktion des Geldes selbst –
mit dem Anspruch, Zinseszinsdynamik samt Liquiditätsbonusanteil
im Zins und Vermögenspreisinflation nicht nur zu bremsen,
sondern strukturell auszuschließen.
💳
🟣 Verschuldung: nicht bestraft, sondern gelenkt – bei beiden.
Ein Missverständnis liegt nahe, das sich lohnt aufzulösen: Buschbeck
versteht Verschuldung saldenmechanisch nicht als Übel, sondern als
notwendiges Gegenstück – wenn ein Sektor spart, muss saldenmechanisch
zwingend ein anderer sich verschulden, damit überhaupt etwas Neues
entstehen kann. Sein Ziel ist deshalb nicht, Schulden generell zu
verteuern, sondern produktive Kredite günstig und
vermögenspreistreibende Kredite teuer zu machen. Genau darin ähnelt
er HMW/RICH mehr, als es zunächst scheint: Auch dort werden
Investitionskredite aus vorherigem Ansparen zu einem niedrigen
einfachen Zins von 3 % vergeben, während privater
Konsumkredit mit 12 % deutlich teurer ist. Der eigentliche
Unterschied liegt also nicht darin, ob Verschuldung grundsätzlich
bestraft wird, sondern wer das Kreditsystem betreibt und
woher das Investitionsgeld stammt: bei HMW/RICH aus
zuvor angesparten Guthaben innerhalb einer schuldenfreien
Monetative, bei Buschbeck weiterhin aus laufender, verzinster
Bankkreditschöpfung.
🌍
🟣 Reichweite des Anspruchs:
Buschbecks Papier bleibt bewusst auf die Geld- und Kreditarchitektur
begrenzt. HMW/RICH denkt Geldproblem, Wertspeicher, Kredit,
soziale Sicherung, Staatsfinanzierung und internationale
Währungsordnung gleichzeitig mit – als vollständigeres,
aber auch voraussetzungsreicheres Gesamtkonzept.
🟣 Die eigentliche Trennlinie:
Saldenmechanik/Kreditsteuer: „Wir justieren die Anreize im bestehenden Geldsystem neu – der Kapitalismus bleibt, wie er ist, nur klüger gelenkt."
HMW/RICH: „Die Fehlanreize entstehen aus der Konstruktion des Geldes selbst – deshalb muss diese Konstruktion sich ändern."
Beide Wege eint die Überzeugung, dass eine dauerhaft zunehmende Geldvermögensbildung der Realwirtschaft schadet. Sie unterscheiden sich darin, ob dieser Überzeugung mit einer neuen Steuer im bestehenden System oder mit einer neuen Geldordnung begegnet werden sollte.
Saldenmechanik/Kreditsteuer: „Wir justieren die Anreize im bestehenden Geldsystem neu – der Kapitalismus bleibt, wie er ist, nur klüger gelenkt."
HMW/RICH: „Die Fehlanreize entstehen aus der Konstruktion des Geldes selbst – deshalb muss diese Konstruktion sich ändern."
Beide Wege eint die Überzeugung, dass eine dauerhaft zunehmende Geldvermögensbildung der Realwirtschaft schadet. Sie unterscheiden sich darin, ob dieser Überzeugung mit einer neuen Steuer im bestehenden System oder mit einer neuen Geldordnung begegnet werden sollte.
💡 Warum dieser Weg dennoch wertvoll ist
Saldenmechanik & Kreditsteuer sind kein Kompromiss aus Bequemlichkeit –
sie sind ein buchhalterisch stringenter, politisch
niedrigschwelliger Einstieg, der ohne neue Institutionen auskommt.
🚪
🟣 Der niedrigschwellige Einstieg:
Keine Verfassungsänderung, kein Aufbau neuer Institutionen,
keine internationale Koordination als Vorbedingung.
Eine reformierte Zentralbankpolitik reicht – theoretisch –
für erhebliche Verbesserungen aus.
🗣
🟣 Kommunizierbar und anschlussfähig:
„Nettogeldvermögen ist weltweit immer Null", „Nur Realsparen schafft
Wohlstand", „Staatsschulden sind Folge, nicht Ursache" – das sind
Aussagen, die sich aus der zwingenden Logik der doppelten
Buchführung ableiten und dadurch schwer zu bestreiten sind.
🛤
🟣 Als intellektuelle Brücke zu tieferen Reformen:
Wer einmal verstanden hat, dass Geldvermögensbildung strukturell
Nettoinvestitionen, Verschuldung oder Spekulation erzwingt, ist offen
für die nächste Frage: Warum nicht auch die Konstruktion des
Geldes selbst verändern? Saldenmechanik/Kreditsteuer kann ein
Sprungbrett für tiefere Reformen wie HMW/RICH sein.
🔀 Zwei Wege, ein Ziel – eine ehrliche Einordnung
Saldenmechanik/Kreditsteuer löst das Problem von innen: Sie macht das
bestehende System klüger und gerechter nutzbar. HMW/RICH löst das
Problem an der Wurzel: Es ändert die Konstruktion
des Geldes selbst.
Beide Wege führen in eine realwirtschaftlich stabilere Richtung – aber nur einer durchbricht den strukturellen Kern von Vermögenspreisinflation, Wachstumszwang und Schuldengeldsystem.
Beide Wege führen in eine realwirtschaftlich stabilere Richtung – aber nur einer durchbricht den strukturellen Kern von Vermögenspreisinflation, Wachstumszwang und Schuldengeldsystem.
„Globales Vermögen = Weltsachvermögen. Geld schafft keinen Wohlstand.
Geld verteilt lediglich Ansprüche auf vorhandenen oder künftig zu
schaffenden Wohlstand."
– Jörg Buschbeck, Kapitalismus verstehen, V. 1.0
– Jörg Buschbeck, Kapitalismus verstehen, V. 1.0
„Aus Geldsparen würde schrittweise Realsparen."
– Jörg Buschbeck, Kapitalismus verstehen, V. 1.0
– Jörg Buschbeck, Kapitalismus verstehen, V. 1.0
📚 Weiterführende Ressourcen
„Kapitalismus verstehen"
Grundlagenpapier V. 1.0 · synergiewende.org
synergiewende.org
Jörg Buschbecks Website
Ursprungs-Beitrag von 2012
guthabenkrise.wordpress.com
nettoinvestition.info
Buschbecks Artikel zum Nettoinvestitionsproblem
kaufwirtschaft.de
Buschbecks Kaufwirtschaft-Konzept
🔀 Weitere Perspektiven im Vergleich
Das Spektrum der Wirtschafts- und Gesellschaftsreform reicht weit
über Saldenmechanik und Kreditsteuer hinaus. Vier weitere Seiten auf
cibwal.com beleuchten andere Wege – ebenfalls im ehrlichen Vergleich
mit HMW/RICH.
🟣 🔀 MMT & Post-Keynesianismus
Ehnts, Sahr und Flassbeck sehen Geld ebenfalls als kreislauftheoretisch
erklärbar – setzen den Hebel aber bei Fiskalpolitik und
Nachfragesteuerung an, nicht bei der Kreditbepreisung.
🟣 🏛 Österreichische Schule & Neoliberalismus
Hayek, Mises und Friedman sehen den Staat, nicht das Geldsystem,
als Hauptproblem. Ein anderer Ausgangspunkt als Buschbecks
zentralbankgestützte Kreditsteuer.
🟣 🌿 Soziale Dreigliederung – Steiner & Caspar
Keine Alternative im engeren Sinn, sondern eine gesellschaftliche
Weiterentwicklung, die weit über die Geldarchitektur hinausgeht.
🟣 🌾 Warengeld+ – Vollgeld (Samira Kenawi)
Ebenfalls eine Wurzelreform wie HMW/RICH, aber mit anderem Deckungsmechanismus
(Vollgeld statt Umlaufsicherung) und komplett abgewickelten Finanzmärkten.
Der nächste Verwandte von HMW/RICH im Vergleich.
MMT & Post-Keynesianismus
FIAT verbessern statt ersetzen – Vergleich mit HMW/RICH
Österreichische Schule & Neoliberalismus
Hayek · Mises · Friedman – Chancen & Vergleich mit HMW/RICH
Soziale Dreigliederung – Steiner & Caspar
Freiheit · Gleichheit · Brüderlichkeit – Ergänzung zu HMW/RICH
Warengeld+ – Vollgeld (Samira Kenawi)
Volle Warendeckung & Keynes-Clearing – Vergleich mit HMW/RICH